Der Wahlkreis Aurich-Emden

Der Wahlkreis Aurich-Emden

 

Der Bundestagswahlkreis Aurich-Emden umfasst das Gebiet des Landkreises Aurich und der Stadt Emden. Es leben hier rund 235.000 Bürger*innen.

Emden ist das industrielle Zentrum des Wahlkreises durch das VW-Werk als größtem Arbeitgeber Ostfrieslands. Gleichzeitig hat die Stadt Aurich in den vergangenen Jahren einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg erlebt durch die Entwicklung der Firma Enercon und ihrer zahlreichen Tochterfirmen. Enercon ist somit der zweitgrößte Arbeitgeber in meinem Wahlkreis. Eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen bildet ein weiteres wichtiges wirtschaftliches Standbein der Region. Gleichzeitig wird die Region durch die Landwirtschaft geprägt. Hat sie auch einen geringeren wirtschaftlichen Stellenwert als die gewerbliche Wirtschaft, so prägt sie doch die Landschaft in besonderer Weise und verdient unsere besondere Beachtung auch wegen ihrer Bedeutung für die Umwelt. Zu guter Letzt ist der Tourismus eine weitere Säule in unserer Region, neben Norderney, Juist und Baltrum spielen hier die Orte direkt an der Küste eine entscheidende Rolle.

Im Wahlkampf geht es mir deswegen unter anderen um folgende Themen:

Energiewende

Ostfriesland ist Windenergieerzeugungsregion. Wer durch das Land fährt, kann sie nicht übersehen, die unzähligen Windkraftanlagen, die ein Mehrfaches des in Ostfriesland benötigten Stromes produzieren. Teilweise gibt es erhebliche Konflikte mit Anwohnern wegen zu hoher Lärmbelastung oder auch Konflikte mit dem Natur- und Vogelschutz. Gleichzeitig ist unsere Region auch in besonderem Maße betroffen durch den Bau von Stromtrassen für die Weiterleitung des offshore erzeugten Windstromes. Die Probleme liegen in der mangelnden Bereitschaft der Netzbetreiber auf Freileitungen zugunsten von Erdverkabelung zu verzichten. Von vielen Punkten im Wahlkreis weithin sichtbar ist die Abluftfahne des Kohlekraftwerks Eemshaven, welches von der deutschen RWE jenseits der Ems in den Niederlanden trotz vieler Proteste von deutscher Seite errichtet worden ist. Wir fordern den Ausstieg aus der Kohlekraft um den Klimawandel zu begrenzen. Neben dem CO2-Ausstoß werden eine Reihe von giftigen Stoffen von Eemshaven in die Luft geblasen und mit dem Wind direkt zu uns transportiert. Auf grüne Initiative hat der Gemeinderat Krummhörn jetzt die Einrichtung von drei Luftschadstoffmessstationen am Deich zwischen Greetsiel und der Knock beschlossen.

Verkehrswende

Wir wollen, dass Autos auf Basis fossiler Brennstoffe ab 2030 nicht mehr produziert werden. Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge erfordert erheblich mehr Anstrengungen als bisher. Gleichzeitig wollen wir, dass am VW-Standort Emden auch nach 2030 Autos produziert werden. Dafür muss viel mehr Geld in Innovation gesteckt werden, damit Elektromobilität auch zu einer praktikablen Alternative für ländliche Gegenden wie Ostfriesland wird. Ausbau des ÖPNV, Optimierung der Bahnanbindungen für den Fernverkehr, mehr Gütertransport per Bahn und gleichzeitig Verzicht auf unsinnige und naturzerstörende Verkehrsprojekte wie z.B. B210n sind unsere Themen im Wahlkampf.

Landwirtschaftswende

Wir wollen eine Ökologisierung der Landwirtschaft, auch in Ostfriesland. Pestizide und Düngemittel belasten unsere Umwelt, führen zu Gewässerverschmutzung und zu Grundwasserbelastungen. Die Artenvielfalt geht dramatisch zurück. Gleichzeitig nimmt der wirtschaftliche Druck auf die Landwirtinnen und Landwirte zu mit der Folge einer scheinbar zwangsläufigen Intensivierung. Im Zuge der jüngsten Milchpreiskrise sind auch zahlreiche ostfriesische Höfe aufgegeben worden. Die Erhaltung unserer Kulturlandschaft mit Kühen auf der Weide oder auch mit vielfältigen Ackerbaukulturen muss uns Geld wert sein. Die Förderung ökologischer Anbauweisen, die Förderung der Artgerechtigkeit in der Tierhaltung sowie die Erhaltung unserer bäuerlichen Struktur erfordert ein Umdenken bei Landwirt*innen aber auch bei Verbraucher*innen und bei den Entscheidungsträger*innen in der Politik.

Entwicklung des Tourismus

Wir wollen den sanften Tourismus. Darum wollen wir unsere Gäste animieren, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Ostfriesland zu reisen. Auch deswegen müssen das ÖPNV-Angebot und die Bahnverbindungen so verstärkt und optimiert werden, dass ein Verzicht auf das Auto keine Einbuße an Komfort und Bequemlichkeit mit sich bringt. Die Förderung regionaler Vermarktungsstrukturen zwischen Gastronomie und landwirtschaftlicher Erzeugung und Verarbeitung muss voran gebracht werden.