Bericht: Landwirtschaftsminister Christian Meyer auf neuem Biohof in der Krummhörn

Landwirtschaftsminister Christian Meyer auf neuem Biohof in der Krummhörn

Ich hatte Christian Meyer eingeladen, den landwirtschaftlichen Betrieb von Harald Dirks in Heiselhusen in der Gemeinde Krummhörn zu besuchen.

Harald Dirks beginnt in diesem Sommer mit der Umstellung seines Betriebes auf ökologischen Anbau. Auf dem rund 400 ha großen Ackerbaubetrieb wird bislang die in der Region übliche intensive konventionelle Wirtschaftsweise praktiziert. Landwirt Harald Dirks sieht vor allem das Marktpotenzial, welches sich für Ökoprodukte bietet. Es gibt hohe Wachstumsraten in allen Produktionsbereichen. Insbesondere durch die Umstellung zahlreicher Milchviehbetriebe ist auch der Markt für Futtergetreide für Dirks sehr interessant. Derzeit werden bei ihm hauptsächlich Getreide und Raps erzeugt. Mit einem Kollegen betreibt er eine Biogasanlage, für die auch Mais angebaut wird.

Zukünftig wird die Fruchtfolge umstellungsbedingt deutlich vielfältiger. So ist an den Einstieg in die Kartoffelproduktion gedacht, auch Kleegras soll angebaut werden.

Landwirtschaftsminister Meyer lobte den Unternehmergeist des Ackerbauern und wies auf die durch die rot-grünen Landesregierung deutlich erhöhte Umstellungsförderung hin. Das Land Niedersachsen will den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche deutlich steigern. Als Erfolg wertete Meyer, dass die Ammerländer Molkerei aus Wiefelstede  eine Biomilchverarbeitung gestartet hat. 30 Grünlandbetriebe, unter anderen auch aus Ostfriesland, befinden sich seit über einem Jahr im Umstellungsprozess. Im Herbst endet die Umstellungszeit und die Betriebe können Biomilch liefern. Die Molkerei hat eine neue Vermarktungsschiene aufgebaut, so dass es nicht zu einem Verdrängungswettbewerb mit den bestehenden Biomilchbauern kommt.

Ich habe bei dem Treffen, an dem auch eine Reihe interessierter konventioneller Kollegen, Biolandwirte und Mitglieder unserer Partei teilnahmen, deutlich gemacht, warum wir Grüne die Agrarwende wollen.

Viele Probleme verbinden sich derzeit mit der konventionellen landwirtschaftlichen Produktionsweise. Genannt seien hier das dramatische Artensterben und die Verschmutzung unserer Oberflächengewässer sowie die Nitratbelastung des Grundwassers. Hinzu kommt die wenig artgerechte Haltung unserer Nutztiere.

Unsere Erwartung ist, dass in Zukunft weitere konventionelle Betriebe für eine Umstellung gewonnen werden können. Einige Landwirte bedauerten, dass Milchviehbetriebe, welche nicht der Ammerländer Molkerei angeschlossen sind, derzeit nicht mit der Umstellung beginnen können. Hintergrund: die bestehenden Biomolkereien nehmen derzeit keine weiteren Lieferanten auf. Notwendig wäre, dass ein weiterer regionaler Verarbeiter in die Biomilchverarbeitung einsteigt. Landwirtschaftsminister Meyer versprach, sich um dieses Thema zu kümmern, konnte aber keine sofortige Abhilfe zusagen.

Harald Dirks möchte ich an dieser Stelle danken, dass wir bei ihm zu Gast sein durften.

Für seinen weiteren Weg als Biolandwirt wünschen wir ihm viel Erfolg.