Grünlandkonferenz der Grünen Landtagsfraktion in Leer

Gut besuchte Grünlandkonferenz der Grünen Landtagsfraktion am 13. Mai in Leer

 

Protestschilder auf der Zufahrtstraße von der Autobahn bis zum Miniaturland gaben einen Vorgeschmack auf eine zum Teil emotional und hitzig geführte Diskussion im Verlaufe der Tagung.

Die eingeladenen Fachleute, unter anderen Dr. Arno Krause vom Grünlandzentrum in Ovelgönne und Bernhard Osterburg vom Thünen Institut gaben die Fachinformationen zum Thema. Die Minister Christian Meyer und Stefan Wenzel ordneten diese in ihre politischen Konsequenzen ein und leiteten daraus die Aufgabenstellung grüner Politik in Niedersachsen ab.

Artenschutz, Klimaschutz, Wasserschutz sowie vernünftige ökonomische Rahmenbedingungen für die Bauern sind die Leitlinien grüner Politik.

Wir müssen dem dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in Flora und Fauna Einhalt gebieten. Dafür benötigen wir artenreiche Wiesen und Weiden, die nicht nur gesundes und nährstoffreiches Futter für die Rinderhaltung hervorbringen, sondern auch Lebensraum bieten für Kleinlebewesen, Insekten, Rast- und Gastvögel.

Auch die Landwirtschaft trägt zum Klimawandel bei. Im Blickpunkt dabei sind unter anderen der Grünlandumbruch und die starke Entwässerung von Moorstandorten.

80% unserer Oberflächengewässer sind in einem schlechten Zustand. Auch hier trägt die Landwirtschaft eine große Verantwortung. Insbesondere intensive und unangepasste Düngung sowie ungenügende Abstände zu Gewässern führen zu dieser Situation.

Auf der anderen Seite stehen die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Landwirte, die gerade ein fast zweijähriges Milchpreistief hinter sich haben. Viele Bauern sehen sich unter Wachstumsdruck, so dass es jetzt häufiger Bestände mit bis zu 300 Milchkühen auch bei uns gibt. Allzu oft müssen gerade kleinere und mittlere Betriebe aufgeben, obwohl sie eigentlich viel eher unserem Ideal einer bäuerlichen Landwirtschaft entsprechen. Auch die Weidehaltung von Milchkühen ist mit kleineren Herden viel besser zu bewerkstelligen.

Überlagert wurde die Veranstaltung durch die Schäden, die rastende Gänse im Küstenbereich auf Grünlandflächen und auch auf Ackerflächen anrichten.

Die anwesenden Landwirte nutzen die Veranstaltung, um ihren Unmut und ihre Enttäuschung über unbefriedigende und unzureichende Lösungsangebote der Politik auszudrücken.

7 Millionen Euro werden jährlich in Niedersachsen an landwirtschaftliche Betriebe gezahlt. Dabei ist nicht etwa Voraussetzung, dass tatsächlich Gänsefraßschäden oder Schäden durch Verkotung der Flächen vorhanden sind. Entscheidend ist, dass die Betriebe in einer sogenannten Gebietskulisse liegen, welche eine Förderung von nordischen Rastvögeln ermöglicht. Leider halten sich die Gänse nicht an diese unsichtbaren Grenzen. Sie besuchen auch gerne Flächen außerhalb der Gebietskulisse. Die Landwirte können dann für entstandene Schäden keine Entschädigung bekommen. Hier Abhilfe zu schaffen, ist problematisch, weil das EU-Recht hier Schwierigkeiten macht.

Seit vielen Jahren findet die Politik für dieses Problem keine befriedigende Antwort. Die Bauern fühlen sich im Stich gelassen mit ihren zum Teil erheblichen finanziellen Einbußen.

Das böse Wort vom Staatsversagen machte unter den Teilnehmern die Runde.

Die beiden Landesminister, aber auch unser agrarpolitischer Sprecher Hanso Janßen, die Fraktionsvorsitzende Anja Piel und unsere Landesvorsitzende und regionale Abgeordnete Meta Janssen-Kucz versprachen, sich der Gänseproblematik anzunehmen.

Von allen Diskussionsteilnehmern wurde immer wieder betont, dass Landwirtschaft, Natur- und Umweltschützer und Politik immer wieder das Gespräch suchen müssen, um zu Lösungen zu kommen.