Gespräch mit dem Vorstand des BUND-Regionalverbandes

Gespräch mit dem Vorstand des BUND Regionalverbandes

 

Am 29.Mai traf ich mich mit dem Vorstand des BUND-Regionalverbandes

 

Mein Interesse galt vor allem einer allgemeinen Information über das Tätigkeitsfeld des BUND in Ostfriesland. Die Mitglieder um Rolf Runge haben mir einen umfassenden Überblick gegeben.

Wir Grünen zählen die Natur- und Umweltschutzverbände zu unseren Verbündeten im Kampf für die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen. Genau wie wir thematisieren sie das dramatische Artensterben, die vielfältigen Einschränkungen der natürlichen Lebensräume durch Straßen- und Siedlungsbau. Sie legen immer wieder den Finger in die Wunde, wenn in unserer Gesellschaft wirtschaftliche Interessen höher bewertet werden als Natur und Umwelt. Regelmäßig geben sie Stellungnahmen zu verschiedensten Bauprojekten ab und können dadurch häufig das schlimmste verhindern. Dennoch kommt man nicht ohne Kompromisse aus. Und dann kommt es auch zu Konflikten, wo wir Grünen auf der anderen Seite stehen. Dieses ist z.B. der Fall im Konfliktbereich zwischen der von uns gewollten Windkraft und den entgegenstehenden Interessen des Vogelschutzes.

Der BUND hat verschiedentlich darauf hingewiesen, dass bei der Anlandung von Erdgas aus Norwegen keine energetische Nutzung erfolgt bei der erforderlichen Reduzierung des Gasdruckes auf rund 40 bar. Hier könnten enorme Energiemenge in einer Größenordnung von mehreren 1000 MW nutzbar gemacht werden.

Der BUND setzt sich für die Ökologisierung der Landwirtschaft ein, er fordert eine Abkehr von der Massentierhaltung und vom Einsatz von Pestiziden. Aus diesem Grunde beteiligen sich die Mitgieder des BUND auch alljährlich an der Wir-haben-es-satt-Demonstration.

Wir waren uns einig, dass die B210n von Riepe nach Aurich mit dem Abzweiger nach Georgsheil nicht realisiert werden darf. Der Landschaftsverbrauch ist viel zu hoch. Die Verluste an Lebensraum verschiedenster Tierarten und die Zerstörung der Wallheckenlandschaft sind nicht hinnehmbar. Erforderlich aus Sicht der BUND-Vertreter ist ein anderes Verkehrskonzept, welches z.B. im Tourismus nicht auf den Individualverkehr setzt sondern auf Bus und Bahn. Dieses bedeutet auch eine Hinwendung zum Qualitätstourismus. Ostfriesland bietet dafür gute Voraussetzungen auch im Hinblick auf das Weltnaturerbe Wattenmeer.

Wir sprachen auch über das für die Landwirtschaft brisante Thema Gänsefraß. Ich erfuhr, dass sich der Vogelzug aufgrund des Klimawandels verändert. Außerdem sind Rastgebiete auf dem Rückweg in die Brutgebiete weggefallen, weswegen z. B. die Nonnengänse länger hier bleiben. Die hoch nährstoffreichen Äcker und Weiden in der Marsch bieten den Gänsen gutes Futter. Allerdings werden die Schäden, die den Landwirten dadurch entstehen, nicht befriedigend ausgeglichen. An einer Verbesserung der Situation für die Landwirte hat auch der BUND ein Interesse. Ein Rastspitzenmodell soll die Entschädigungen gerechter verteilen. Dieses wird allerdings für Grünland noch erarbeitet.

Der Newsletter des BUND ist zu beziehen unter newsletter@bund.net

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Rolf Runge, Uilke van der Meer und Rainer Nölken für das sehr interessante Gespräch bedanken.