Jürgen Trittin und Dr. Julia Verlinden in unserem Wahlkreis

 

 

 

 

Der Besuch von unseren beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl begann bei der Enerccon-Tochterfirma Kunststofftechnologie Aurich (KTA) mit einer Betriebsführung durch den Geschäftsführer, Jost Backhaus. Im Werk arbeiten knapp 1000 Mitarbeiter in der Fertigung der Rotorblätter. In der riesigen Produktionshalle werden verschiedene Flügellängen aus Glasfaser hergestellt. Teilweise werden Roboter eingesetzt. Die Mitarbeiter sind speziell für ihre Tätigkeiten von regionalen Bildungsträgern geschult worden. Im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Enercon, einem markanten, architektonisch anspruchsvollen Gebäude, folgte dann ein längerer Meinungsaustausch mit der Führungsspitze der Fa. Enercon, Hans-Dieter Kettwig und Simon-Hermann Wobben. Jürgen und Julia erwiesen sich als intime Kenner der Thematik rund um die erneuerbaren Energien. Große Übereinstimmung herrschte darüber, dass wir zur wirkungsvollen Begrenzung der Erderwärmung einen deutlich stärkeren Ausbau der Erneuerbaren brauchen. Der von CDU und SPD beschlossene Ausbaudeckel muss weg. Es müssen ambitionierte Ausbauziele gesetzt werden. Das Ausschreibungsmodell wurde von allen Beteiligten als hoch problematisch gesehen. Viele Projekte, die realisiert werden könnten, bekommen keinen Zuschlag. Andere, die einen Zuschlag bekommen, gehen nicht oder erst in einigen Jahren in die Realisierung, weil sie noch gar keine Baugenehmigung haben. Für einen Hersteller wie Enercon fehlt dadurch die Produktionsplanungssicherheit. Dieses könnte zur Gefährdung von Arbeitsplätzen führen. Die jüngste Ausschreibungsrunde erbrachte eine Preis je KWh von unter 5 ct. Viele Projekte lassen sich mit diesem Preis nicht rechnen. Ich konnte deutlich machen, dass wir den Ausbau der Windkraft wünschen, aber es im ostfriesischen Raum durch viele Fehler der Vergangenheit ein großes Akzeptanzproblem gibt. Zumal häufig Belange von Umwelt, Naturschutz, Vogelschutz und auch der Anwohner nicht angemessen berücksichtigt wurden. Ich nutzte die Gelegenheit, um unsere Position zur B210n deutlich zu machen und thematisierte auch den Ausbau der Bahnstrecke von Aurich nach Emden, der vor einige Jahren planungsmäßig weit vorangeschritten war. Da Enercon keinen Bedarf mehr für eine Verbreiterung der Strecke für die Lademaßverbreiterung mehr hatte, wurde das Projekt nicht weiter verfolgt. Ein Großteil der Enercon-Produktion wird mit LKW-Transporten abgewickelt. Wir wünschen uns eine stärkere Verlagerung auf die Schiene.

Bei einem Rundgang durch das Forschungs- und Entwicklungszentrum, in dem rund 750 Ingenieure der verschiedensten Fachrichtungen arbeiten konnten wir uns eine Vorstellung davon machen, was der Begriff Technologieführerschaft bedeutet.

Beim anschließenden Besuch auf dem Bioland-Hof Agena in Schoonorth gab es bei Feldrundgang ausführliche Informationen rund um den ökologischen Landbau. Außerdem wurde von meinem Hofnachfolger und mir ausführlich die vor einem Jahr erfolgte Hofübergabe erläutert. Für meine Familie und mich stand die rechtzeitige Weichenstellung zur Fortführung des Betriebes als Bioland-Hof im Vordergrund bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Heiko Dreyer als promovierter Diplom-Landwirt und seine Lebensgefährtin boten dafür die besten Voraussetzungen. Für beide jungen Leute ein mutiger Schritt in die Selbständigkeit. Da der ökologische Landbau aber hervorragende Perspektiven bietet, sind die Beiden und auch meine Familie sicher, dass es der richtige Schritt war. Von Jürgen Trittin und Julia Verlinden gab es anerkennende Worte und gute Wünsche für die weitere Entwicklung. Die beiden brachten zum Ausdruck, dass die Agrarwende neben Energie- und Verkehrswende ein entscheidender Baustein der von uns geforderten Begrünung unserer Wirtschaft ist.  Da gleichzeitig eine Gruppe niedersächsischer Berufsschullehrer zu einer Fortbildung auf dem Betrieb war, haben Heiko Dreyer und ich uns die Führung unserer politischen Gäste geteilt.

Hier noch der Text unserer Pressemitteilung:

Klebriger Kleiboden beim Besuch von Trittin und Verlinden auf Bioland-Hof

Dass der ostfriesische Marschboden, landläufig auch Kleiboden genannt, besonders anhänglich ist, erfuhren die Spitzenkandidaten der niedersächsischen Grünen und Bundestagsabgeordneten, Jürgen Trittin und Dr. Julia Verlinden, bei ihrem Besuch auf dem Bioland-Hof Agena in Schoonorth. Rund 10 Liter Regen hatte es in den Stunden zuvor gegeben. Der Boden klebte an den eigens beschafften Gummistiefeln beim obligatorischen Feldrundgang, der teilweise zu einer Rutschpartie geriet. Vom Betriebsinhaber Dr. Heiko Dreyer und dem Bundestagskandidaten der Grünen, Garrelt Agena, ließen sie sich ausführlich über die vor einem Jahr erfolgte Hofübergabe informieren. Dreyer machte deutlich, dass zur Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung auch die rechtzeitige Nachfolgeregelung im Zuge des Generationswechsels gehört. „Meine Frau und ich haben uns bewusst für einen Landwirt entschieden, der die ökologische Bewirtschaftung unseres Hofes fortsetzt, es ist ja unser Lebenswerk, welches wir erhalten wissen wollen“, sagte Agena. Am kommenden Sonntag steht ein weiterer Bioland-Hof im Mittelpunkt des Grünen-Wahlkampfes: Landwirtschaftsminister Christian Meyer besucht ab 15.00 Uhr den Meedehof der Familie Müller in Engerhafe.

Am Abend gab es dann ein Town-Hall-Meeting im Hotel Faldernpoort in Emden. Eine Reihe interessierter Bürgerinnen und Bürger nutzte die Gelegenheit, mit uns über alle relevanten Themen aus unserem Wahlprogramm zu diskutieren. Im Vordergrund stand in der VW-Stadt Emden natürlich der Dieselskandal und die Abkehr vom fossilen Verbrennungsmotor.