Apotheken leisten einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Daseinsvorsorge

Die Emder Apotheker Dr. Florian Penner und Oliver Hirsch hatten sich mit mir in der Löwenapotheke in der Emder Innenstadt verabredet, um mich über verschiedene Aspekte ihrer Tätigkeiten zu informieren. Neben dem Verkauf von industriell hergestellten Arzneimitteln werden in Apotheken solche Arzneimittel selbst hergestellt, für die sich eine Massenproduktion durch die Pharmaindustrie nicht lohnt.  Rund 70% der verkauften Arzneimittel sind verschreibungspflichtig. Apotheker verstehen sich als Gesundheitsberater, die für die Patienten Verantwortung dafür übernehmen, dass die Einnahme von Medikamenten sinnvoll und nicht durch Unverträglichkeiten gesundheitlich negative Auswirkungen hat. Gerade viele ältere Menschen sind auf diese Beratungsleistung angewiesen. Apotheken betreiben Nacht-und Wochenenddienste und erfüllen häufig wichtige soziale Funktionen für ältere Menschen und Menschen mit gesundheitlichen Problemen.

Bis 2016 gab es für verschreibungspflichtige Medikamente eine Preisbindung. Durch ein EuGH-Urteil wurde diese aufgehoben. Ausländische Versandapotheken, insbesondere aus Ländern mit einem niedrigen Mwst-Satz, drängen seitdem auf den deutschen Markt. Unterschiedliche Mwst-Sätze ermöglichen einen Wettbewerbsvorteil, welcher häufig für versteckte Rabatte genutzt wird. Dieses geht zu Lasten der deutschen Krankenkassen. Der Abgabepreis in deutsche Apotheken für verschreibungspflichtige Medikamente ist überall gleich hoch. Die Arzneimittelpreisverordnung von 2004 gibt den Rahmen vor. Alle Apotheken in Deutschland verdienen gleich viel an dem Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Besonders für Apotheken in ländlichen Regionen und für kleinere Apotheken führt dieses feste Preissystem aufgrund geringerer Verkaufszahlen zu wirtschaftlichen Problemen. Man rechnet deshalb mit einem Rückgang an Apotheken.  Dieses bringt insbesondere für ländliche Bereiche große Probleme in der Versorgung.

Hier kommt der Politik eine wichtige Aufgabe zu. Einerseits muss uns daran gelegen sein, dass die Kosten des Gesundheitssystems nicht aus dem Ruder laufen, damit die Krankenkassenbeiträge nicht zu stark steigen. Andererseits wollen wir das gute bestehende System der Versorgung nicht dadurch gefährden, dass der Betrieb von Apotheken nicht mehr wirtschaftlich ist.

Herr Dr. Penner und Herr Hirsch sprechen sich dafür aus, die ausländischen Versandapotheken für den deutschen Markt nicht zuzulassen, so wie es auch in einer Reihe von anderen EU-Ländern praktiziert wird.

Ich bin auf jeden Fall für den Erhalt regionaler Wirtschaftsstrukturen. Der Erhalt von Arbeitsplätzen, die regionale Wertschöpfung und die Versorgungssicherheit sind mir wichtig. Ich habe versprochen, die Thematik an unsere bundespolitisch Verantwortlichen  für die Gesundheitspolitik zu kommunizieren.

Ich war beeindruckt von der hochprofessionellen Organisation einer modernen Apotheke. Beide Apotheker beschäftigen mehrere studierte Apotheker*innen. Zusätzlich arbeiten bei beiden eine Reihe von pharmazeutisch-technischen Assistenten*innen und von pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten*innen. Insgesamt haben sie einen Personalbestand zwischen 20-25 Personen.

Ganz herzlich möchte ich mich bei Dr. Penner und Herrn Hirsch für die interessante Führung und das informative Gespräch bedanken.