Inklusion überflüssig?

Höchstens vielleicht für die AfD,  deren Vertreter kurz vor Ende des Wahlkampfes zum ersten Mal an einer Wahlveranstaltung teilnahm.

Die KVHS Norden hatte gemeinsam mit dem GEW-Kreisverband Norden zum Speedating ins WBZ eingeladen. Erfreulich war, dass auch Schülerinnen und Schüler der Conerus-Schule und des Ulrichsgymnasiums mit ihren Lehrerinnen gekommen waren. Sie hatten Gelegenheit, zu ihren im Unterricht formulierten Fragen von den einzelnen Kandidaten Antworten einzufordern. Unser Bildungsideal ist, dass alle Kinder den gleichen Zugang zu Bildung haben sollen, unabhängig ob arm oder reich, ob auf dem Land oder in der Stadt. Und dazu gehört natürlich auch, dass das Postulat der UNO-Menschenrechtscharta von 2006, Menschen mit Behinderung gleiche Rechte und eben auch gleiche Bildungschancen einzuräumen, umzusetzen ist. Menschen dieses Grundrecht wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder auch wegen eines körperliche oder geistigen Handicaps zu versagen, ist Rassismus. Hoffentlich konnte ich das durch meinen Redebeitrag deutlich machen. Ich   bin froh, dass die Schülerinnen und Schüler sich im Gespräch mit mir auch in diesem Sinne eindeutig und empört äußerten.

Wenn auch die Umsetzung in den Schulen holprig ist, so muss für uns die Inklusion eine Selbstverständlichkeit sein. Wir benötigen in den Schulen genug Lehrpersonal, aber auch die Schulsozialarbeit muss personell gestärkt werden. Dafür ist es natürlich auch erforderlich, dass genug Personal ausgebildet wird. Derzeit gibt es einen Lehrermangel, der zu den in der Öffentlichkeit diskutierten Abordnungen geführt hat. Ich hoffe, dass die rot-grüne Landesregierung ihren Kurs zur Verbesserung der Situation nach der Landtagswahl fortsetzen kann. Auf Bundesebene streiten wir für die Aufhebung des Kooperationsverbotes. Wir wollen, dass der Bund sich viel stärker an der Finanzierung von Bildung in den Ländern und Kommunen beteiligt.